The Financial & Risk business of Thomson Reuters is now Refinitiv

All names and marks owned by Thomson Reuters, including "Thomson", "Reuters" and the Kinesis logo are used under license from Thomson Reuters and its affiliated companies.

January 17, 2016

Smart Beta Renten ETFs: Die Lösung für illiquide Anleihe-Indizes?

by Detlef Glow.

Nachdem im vergangenen Jahr das Thema Liquidität bei Rentenfonds, insbesondere im Bereich der hochverzinslichen Anleihen für viel Wirbel gesorgt hatte, wurde das Thema mit dem holperigen Start der Finanzmärkte in 2016 und den damit  einhergehenden Kursverlusten gleich wieder aufgegriffen.

Spätestens nach der Aussetzung der Anteilsscheinrücknahme eines High-Yield-Fonds in den USA, ist klar, das dieses Thema in der Diskussion um die Risiken bei Investmentfonds und ETFs durchaus seine Berechtigung hat. Dennoch scheint es übertrieben, das auch bei diesem Thema einmal mehr ETFs als die Hauptschuldigen ausgemacht wurden. So lautet die Anklage,  das ETFs mit ihrer ständigen Handelbarkeit den Anlegern eine Liquidität vorgauckeln würden, die in der Realität gar nicht existiert. Dieser Vorwurf ist zwar nicht ganz falsch, denn immerhin sind viele Anleihen, die sich in den breiten Marktindizes befinden, tatsächlich nicht ohne weiteres handelbar, doch haben die Anbieter auf diese Situation bereits reagiert und bilden die Indizes aus diesem Grund häufig nicht mit einer vollständigen Replikation nach, sondern nutzen in vielen Fällen  eine Optimierungsstrategie, damit sie die illiquiden Anleihen nicht benötigen.

In diesem Zusammenhang könnten die sogenannten Smart-Beta-Produkte eine interessante Lösung sein. Denn die Rentenindizes der großen Indexanbieter sind aufgrund ihrer Methodologie, bei der den Emittenten mit den höchsten Schulden der größte Anteil am Index gegeben wird, immer wieder in der Kritik. Hier haben bereits die ersten Anbieter von Smart-Beta-Rentenprodukten mit alternativen Gewichtungen der Papiere Abhilfe geschaffen. Auch das Problem der Illiquidität einzelner Anleihen ließe sich mit Hilfe von regelbasierten Auswahl- und Ausschlusskriterien leicht beheben. Allerdings gilt es bei der Konstruktion entsprechender ETFs darauf zu achten, das diese nicht zu komplex gestaltet sind.

Somit könnte eine neue Generation von Smart Beta Renten ETFs tatsächlich eine Lösung für die Probleme der Anleger bieten und hier einen echten Mehrwert schaffen. Da dieses Segment noch von keinem Anbieter bedient wird, würde sich hier sogar für neue Marktteilnehmer die Möglichkeit bieten sich ihre eigene Nische zu schaffen, in der sie mit intelligenten Produkten wachsen können.

Für den Inhalt ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

Get In Touch

Subscribe

We have updated our Privacy Statement. Before you continue, please read our new Privacy Statement and familiarize yourself with the terms.×