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May 2, 2016

Vom Handel mit ETFs

by Detlef Glow.

Einer der großen Vorteile von Exchange Traded Funds (ETFs) ist deren, zumindest während der Handelszeiten, permanente Handelbarkeit, also die Möglichkeit, die Fondsanteile jederzeit über die Börse oder aber auch außerbörslich (OTC = Over The Counter) kaufen oder verkaufen zu können. Aufgrund der Vielzahl von  Möglichkeiten stellt sich für viele Investoren die Frage, ob jede Börse oder jeder Zeitpunkt gleichgut für den Kauf und Verkauf von ETFs geeignet ist. Wie so oft kann diese Frage nicht abschließend beantwortet werden, aber wer einige Grundregeln beachtet, kann bei den Gebühren für den Handel (Spread) mit ETFs sparen. Der Spread, der für eine ETF-Transaktion gezahlt werden muß, richtet sich im Allgemeinen nach der Komplexität des Index, der abgebildet wird, der Höhe des Ordervolumens sowie der Liquidität des nachgebildeten Index. Hinzu kommt noch der Zeitpunkt der Order, im Vergleich zur  Handelszeit der Börse, an welcher der entsprechende Index gelistet ist. So ist der Spread für einen ETF auf den amerikanischen S&P 500 Index im europäischen Morgenhandel größer, als nach der Börsenöffnung in den USA. Genauso wie zum Beispiel ein ETF auf den deutschen Aktienindex DAX oder den europäischen Dow Jones EuroStoxx 50 Index, einen geringeren Spread aufweisen sollte, als zum Beispiel ein ETF auf den MSCI World Index.

Grundsätzlich kann zur Liquidität eines ETF gesagt werden, dass diese nicht höher sein kann, als die Liquidität des nachgebildeten Index (dem sogenannten Underlying). Da sich am Ende des Tages einer der beteiligten Marktteilnehmer mit den erforderlichen Einzeltiteln eindecken muß, kann die Liquidität des ETF somit nicht die Liquidität des Underlyings übersteigen.  Allerdings sollten Investoren vor der Transaktion prüfen, ob diese im Rahmen der an der Börse zur Verfügung gestellten Liquidität liegt oder nicht. Ist eine Order zu groß, kann es passieren, das sich der vom Market Maker gestellte Spread ausweitet, oder die Order in mehreren kleinen Orders abgearbeitet wird, was dann bei Kauf in einem steigenden Markt, beziehungsweise Verkauf in einem fallenden Markt für den Investor teuer werden kann. Deshalb gilt gerade bei großen Orders, die Alternative des außerbörslichen Handels zu prüfen, da bei einer solchen Transaktion das Preisrisiko, aufgrund des zugesagten Preises, bei dem Händler liegt.

Ein weiteres Kriterium, das es bei ETF-Orders zu beachten gilt, ist die Art des ETFs. Während Fonds auf Standardindizes zu den üblichen Börsenöffnungszeiten in der Regel ohne besondere Aufschläge gehandelt werden können, macht es für einen europäischen Anleger zum Beispiel wenig Sinn, einen Fonds auf den US-Markt, vor Börseneröffnung in New York zu handeln, da sich der Händler in einem solchen Fall zu relativ hohen Kosten absichern muß, die er dann an den Investor weiter gibt. Auch kann es bei komplexeren Indexstrukturen wie zum Beispiel dem MSCI World oder MSCI Emerging Markets eine Alternative sein, die Order zum NAV-Schlusskurs zu platzieren. Zwar kennt der Anleger dann seinen Ausführungskurs nicht sofort, erspart sich aber im Gegenzug den Aufschlag aufgrund der Ordergröße und die Kosten für das Hedging der unterschiedlichen Währungen und Indizes, da sich der Market Maker in diesem Fall über den gesamten Tag hinweg mit den entsprechenden Titeln eindecken kann, ohne sich zusätzlich absichern zu müssen. Die allfällige Geld-Brief-Spanne sowie die entsprechenden Transaktionskosten sind natürlich auch in diesem Fall vom Investor zu zahlen.

Somit sollten Anleger, die Transaktionen in ETFs tätigen wollen, genau prüfen, welcher Transaktionsweg für den von Ihnen gewünschten Fonds und die entsprechende Ordergröße die günstigste Variante darstellt. Wie sagt schon eine alte Kaufmannsregel: „Der Gewinn liegt im Einkauf“.

Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

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